Gonzalo Galguera wird Ballettdirektor in Magdeburg

Der 35-jährige Kubaner Gonzalo Galguera leitet ab Herbst 2006 das „magdeburg ballett". Der Generalintendant des Magdeburger Theaters, Tobias Wellemeyer, informierte gestern die Volksstimme, dass Galguera seinen Vertrag als Ballettdirektor und Chefchoreograf unterschrieben hat.
Von Jürgen Hengstmann

Magdeburg. Gonzalo Galguera ist Nachfolger der langjährigen Ballettdirektorin Irene, Schneider. Irene Schneider scheidet zum Ende der Spielzeit 2005/2006 nach 15 sehr erfolgreichen Jahren aus dem Ensemble des Magdeburger Theaters aus. Sie wird dann als freischaffende Choreografin Einladungen zu Arbeiten im In- und Ausland folgen. Gonzalo Galguera hatte sich im Januar im Magdeburger Opernhaus mit der Uraufführung seines dreiteiligen Tanzabends „Credo" vorgestellt. Die Premiere war vom Publikum gefeiert worden.
Gonzalo Galguera ist Absolvent der nationalen Ballettschule in Kuba. Er arbeitete als Ballettsolist in Kuba, Peru und Spanien. Von 1990 bis 1999 war er Mitglied des Ensembles der Komischen Oper in Berlin. In einer Umfrage der Fachzeitschrift „Ballett International" wurde Galguera 1999 zum „Besten Nachwuchschoreografen des Jahres"gewählt. Im selben Jahr wurde er Chefchoreograf, und und Ballettdirektor am Anhaltischen Theater in Dessau. Die mehrmonatige Zusammenarbeit mit der Magdeburger Compagnie vor der „Credo "-Uraufführung hatte Gonzalo Galguera im Volksstimme-Gespräch ausdrücklich als „spannend" bezeichnet. Natürlich komme er mit einer ungewohnten Handschrift ins Ensemble, da seien ihm viele sehr offen, manche natürlich zunächst auch skeptisch begegnet, hatte Galguera in dem Interview betont.
In der Magdeburger Companie sorgte indessen eine Liste im Internet für Unruhe. Sie enthält Namen von neun Tänzerinnen und Tänzer. Angeblich habe Galguera bei Generalintendant Wellemeyer beantragt, die Verträge der Genannten nicht zu verlängern. Wellemeyer wies auf Volksstimme-Anfrage die Liste als „reine Mutmaßung" zurück. Er werde einzelne Namen „weder bestätigen noch dementieren".
Wellemeyer räumte ein, dass im Zusammenhang mit solchem Leitungswechsel auch Personalveränderungen möglich sind, das sei aber „normal" Wellemeyer habe den Eindruck, dass Galguera mit solchen Fragen äußerst „korrekt, nachdenklich und bewusst umgehe. Wer Galgueras künstlerisches Konzept kenne, den könne es nicht überraschen dass es nach dessen Amtsantritt „auch neue Namen, neu Gesichter, aber auch Kontinuität geben" werde.
Gonzalo Galguera war gestern für eine Nachfrage nicht zu erreichen.

Zitat Volksstimme vom 03.03.2005 (Kultur/Roman)

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